
Englandfahrt der 9. Klassen am Gymnasium Eltville
26. März 2026Ein Reisebericht von Wolf Gutberlet, Klasse 10b
In der ersten Märzwoche machte sich die Erasmus AG des Gymnasiums Eltville nun schon zum zweiten Mal mit 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Klassen 10 und 11 – sowie ihren Lehrkräften Frau Böker, Frau Seitz-Nowotny und Herrn Bauer – wieder auf den Weg zur Partnerschule Vaasan Lyseon Lukio nach Vaasa, Finnland – dieses Mal, um herauszufinden, warum die Finnen wohl das glücklichste Land der Erde sind. Die Reise wurde von der Europäischen Kommission kofinanziert und gemäß den Erasmus plus-Zielen unserer Schule geplant und durchgeführt.
Unsere Anreise startete am Frankfurter Flughafen, von wo aus wir nach Helsinki flogen. Dort waren wir sehr erstaunt über die Infrastruktur im Flughafen und die urbane Entwicklung. Von Helsinki aus reist man dann mit dem Zug weiter, wobei die herrlich verschneite finnische Landschaft uns einen Vorgeschmack auf die Woche in der Küstenstadt Vaasa gab. Im dichten Schneetreiben kamen wir abends dann erschöpft, aber glücklich an und checkten ohne Umweg im Hotel ein.
Am nächsten Tag begrüßte uns strahlender Sonnenschein und wir machten uns zu Fuß auf den Weg, um beim Tagesthema ‚Unser kulturelles Erbe’ unsere Erasmus-Austauschpartner kennenzulernen. Die Arbeitssprache war natürlich Englisch – kein Problem für uns! Der Direktor der Partnerschule, Jaakko Perttu erläuterte uns das Leitbild seiner Schule: „Togetherness, Wellbeing and Leaving No One Behind“. Wir stellten im Gegenzug auch unsere Schule, Deutschland und den Rheingau vor und tauschten uns anschließend in Kleingruppen über typische kulturelle Eigenheiten unserer jeweiligen Länder aus. Anschließend konnten wir einen zauberhaften Winterspaziergang an der Ostseeküste unternehmen und den glitzernden Schnee genießen. Danach gingen wir einkaufen, um in der Schulküche mit unseren finnischen Partnern zusammen traditionelle deutsche und finnische Gerichte zu kochen und gemeinsam an einer langen Tafel zu essen. Es gab neben finnischen Fleischbällchen mit Kartoffelbrei natürlich auch Spundekäs mit Brezelchen und Grüne Soße.
Am nächsten Tag besuchten wir zunächst den finnischen Schulunterricht und stellten fest, dass unser Unterricht in Deutschland gar nicht so schlecht ist. Wir arbeiteten weiter an unserer Dokumentation zum Wochenthema und erfuhren danach im Jugendzentrum ‚Kultsa‘ wie soziale und politische Teilhabe in Finnland organisiert ist und wie das Jugendparlament in Vaasa arbeitet: das läuft ganz ähnlich wie bei uns in Eltville. Am Nachmittag hatten wir Freizeit, die wir für kindischen Spielspaß im Schnee nutzten.
Der Mittwoch – mein persönlicher Favorit – stand unter dem Thema „Leben im Einklang mit der Natur“, das sich an einem nachhaltigen Entwicklungsziel der Vereinten Nationen orientierte. Unsere Partner aus Finnland zeigten uns das örtliche Naturkundemuseum ‚Terranova‘ und machten dann einen wunderschönen Ausflug mit uns in den ‚Kvarken Nationalpark‘, nach Svedjehamn. Dort konnten wir auf der gefrorenen Ostsee spazieren gehen, ein kleines, buntes Dorf bewundern und Schneemänner bauen. Zum krönenden Abschluss haben wir dann dort auch noch gegrillt und lange am Feuer über unsere Verbindung zur Umwelt geredet. Dabei stellten wir fest, dass die Finnen ihre natürliche Umgebung mehr wertschätzen und ein gesünderes Verhältnis zu dieser zu haben scheinen, als wir es in Deutschland tun.
Das Nachhaltigkeitsziel „Industrie, Innovation und Infrastruktur fördern“ stand am Donnerstag im Mittelpunkt. Passend dazu besuchten wir den Schiffsmotorenhersteller Wärtsilä, dessen hybride Motoren auch mit Ammoniak betrieben werden und damit ohne CO2-Emmissionen auskommen können. Nachmittags im Rathaus von Vaasa lernten wir den Städte-Nachhaltigkeitspreis der EU kennen, den Vaasa 2025 gewonnenen hat. Abends veranstalteten wir mit den finnischen Partnern einen Song Contest, bei dem es Udo Jürgens, Pashanim und Cro Deutschland auf mehr Punkte brachten, als wir es vom eigentlichen Eurovision Song Contest gewohnt sind.
An unserem letzten Tag in Finnland machten wir in Kleingruppen mit den Finnen eine Fotosafari, bei der sie uns noch ihre Lieblingsorte zeigten, zum Beispiel eine öffentliche Sauna auf einer kleinen Insel mit Sandstrand. Im Anschluss daran reflektierten wir unseren Aufenthalt anhand unserer Präsentationen, die wir während des Programms zum Thema der Woche ‚Kulturelle Identität und nachhaltige Zukunft‘ erarbeitet hatten, und führten unsere Erkenntnisse zusammen: Die Finnen sind glücklicher als alle anderen Nationen, weil sie mehr Zeit in der Natur verbringen und dadurch wohl gelassener sind. Sie bemühen sich, gesellschaftlich niemanden zurückzulassen, und haben ein starkes Gemeinschaftsgefühl – da ist in Deutschland noch Luft nach oben. Als perfekten Abschluss der Woche sahen wir dann noch Polarlichter, die uns den Abschied am nächsten Morgen nicht einfacher machten.
Insgesamt war die Reise sowohl inhaltlich als auch vom Spaßfaktor her ein voller Erfolg. Nicht nur haben wir viel über Finnland und ein nachhaltiges Leben gelernt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen und sind als Gruppe zusammengewachsen. Wir freuen uns, die Finnen im Oktober hier im Rheingau wiederzusehen.
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Lego-Robotik Wettbewerb in Taunusstein

















