
Einschulung am Gymnasium Eltville
14. August 2026Eine eindrucksvolle Veranstaltung besuchten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13 (Q1 und Q3) am Dienstag, 25. August im Atrium des Gymnasiums Eltville. Zu Gast war Peter Kalb, der als junger Student den ersten Frankfurter Auschwitzprozess (1963-65) verfolgte und an der Betreuung der Zeuginnen und Zeugen mitwirkte, die in Auschwitz schlimmste Qualen erlitten hatten. Er holte sie am Flughafen oder am Bahnhof ab und begleitete sie in den Tagen rund um ihre Aussage beim Prozess.
Kalb erzählte dem aufmerksam zuhörenden Publikum davon, wie er die Prozesse erlebte, zum Beispiel vom Schweigen und Leugnen der Angeklagten und den teils unmenschlichen Nachfragen der Verteidiger.
Aus der Betreuung der Zeugen, so Kalb weiter, seien teils lebenslange Freundschaften geworden. So erinnert er sich an Stanislaw Kaminski, der zeitweise als Künstler in Frankfurt lebte und sogar dort heiratete, oder an Sarah Nebel, die beim Prozess gegen ihren ehemaligen Nachbarn Victor Capesius aussagen musste, der in Auschwitz als Apotheker an den Vergasungen beteiligt war. Auch mit Gerhard Wiese, einem der drei Staatsanwälte im Frankfurter Auschwitzprozess, triZt Kalb sich noch heute gelegentlich.
Die Veranstaltung am Gymnasium Eltville wurde unter anderem vom Bündnis Demokratie und Vielfalt organisiert, für das Lukas Haag einleitende Worte sprach. Neben ihm begrüßte auch Schulleiter Jochen Kleinschmidt die Gäste. Maximiliane Horf und Justus von Husen aus dem Geschichte-Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q3 moderierten durch die abschließende Gesprächsrunde, in der das interessierte Publikum zahlreiche Fragen an den 83-jährigen Peter Kalb richtete, die dieser geduldig beantwortete.
- Schüler Justus von Husen, Lukas Haag (Bündnis Demokratie und Vielfalt), Peter Kalb und Dr. Uwe HoZmann (Fachbereichsleiter II und Lehrer des Geschichte Leistungskurses der Q3)
- Peter Kalb
- Schülerin Maximiliane Horf im Gespräch mit Peter Kalb
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