
Schulfinale von „Jugend debattiert“
20. Februar 2026Vom 2. bis 6. Februar 2026 waren wir, der Geschichts-LK und der PoWi-LK der Q2 (Jahrgangsstufe 12), gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Britta Seitz-Nowotny und Caroline Roßbach auf Studienfahrt in Polen, um uns mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Kultur Krakaus auseinanderzusetzen.
Nach der gemeinsamen Anreise mit dem Bus am Montag, die etwa 13 Stunden dauerte, starteten wir am Dienstag mit dem ersten Programmpunkt: einer Stadtführung durch die Altstadt. Wir konnten hierbei viel über die Geschichte und Kultur Krakaus lernen, zum Beispiel die Legende vom Wawel-Drachen, an den eine feuerspeiende Statue am Ufer der Weichsel erinnert.
Nach einer Mittagspause besuchten wir das jüdische Viertel Kazimierz. Unter anderem durften wir eine Synagoge mit ihrem Friedhof besichtigen und auch den Ort sehen, an dem die Szene mit dem Mädchen im roten Mantel aus dem Film „Schindlers Liste“ gedreht wurde. Der Abend in einem jüdischen Restaurant mit einem Klezmer-Konzert rundete diesen Tag ab.
Am Mittwoch stand ein bedrückender Programmpunkt an: der Besuch in Auschwitz. Während der Führung durch die Lager setzten wir uns intensiv mit der Geschichte des Ortes und den Verbrechen des Holocaust auseinander. Es wurden verbliebene Gegenstände wie Gepäck, Kleidung und Briefe ausgestellt, die nur stellvertretend für eine kleine Anzahl der vielen Menschen stehen, die dort inhaftiert waren. Diesen Ort kennenzulernen, an dem so viele Menschen vernichtet wurden, war nahezu unbeschreiblich bedrückend und wird uns lange in Erinnerung bleiben. Nach diesen Eindrücken nahmen wir an einem Workshop teil, bei dem wir das Erlebte verarbeiteten.
Am nächsten Tag führten wir ein bewegendes Zeitzeugengespräch: Bernard Offen beantwortete unsere Fragen zu seinem Leben. Er überlebte insgesamt fünf Konzentrationslager und konnte uns die damalige Zeit sehr eindrücklich nahebringen. Besonders beklemmend fand ich die Geschichte über ihn und seinen Vater: Als sie sich gegenüberstanden, sich ansahen und anschließend auf verschiedene Lager aufgeteilt wurden, wussten sie in diesem Moment, dass einer von ihnen nicht überleben würde.
Anschließend besuchten wir die ehemalige Schindler Fabrik, die heute als Museum die Zeit der deutschen Besatzung in Krakau dokumentiert und anschaulich vermittelt.
Die Studienfahrt war eine eindrucksvolle und prägende Erfahrung. Wir konnten die Geschichte nicht nur lernen, sondern uns auch mit eigenen Augen ein Bild machen und sie besser verstehen. Mit vielen Eindrücken, neuen Erfahrungen und Gedanken sind wir am Freitag schließlich nach Hause zurückgekehrt.
„Seid Menschen“ – dieses Credo der am 9. Mai 2025 verstorbenen Zeitzeugin Margot Friedländer hat vor dem Hintergrund unserer Studienfahrt noch größere Bedeutung für uns erlangt.
Lea-Marie Masche, Q2













